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Grundsätzliches zu diesem Virtuellen Praktikum
Kritische Anmerkungen zur Bezeichnung "Dynamische Geometrie"
— oder: ein Plädoyer für die Bezeichnung "Bewegliche Geometrie"
Die sog. Dynamischen Geometriesysteme (DGS) sind mittlerweile als neues mächtiges Werkzeug im Sinne der Mediendidaktik hinlänglich bekannt.
Aber ist diese Bezeichnung sinnvoll? Ist denn das System dynamisch? Allenfalls doch wohl die damit betriebene Geometrie! Und die neue alternative Lesart "Dynamische Geometriesoftware" ist kaum besser, weil ja auch die Software nicht "dynamisch" ist. Aber auch die sich auf diese Systeme gründenden Geometrien sind im Sinne der ursprünglichen Wortbedeutung von "innere Kraft besitzend" oder "lebendig" oder "wirksam" keinesfalls "dynamisch"! Und in der Physik unterscheidet man sorgfältig zwischen "Dynamik" als der Lehre von den Kräften und "Kinematik" als der Lehre von den Bewegungen. Und wir gehen ja auch ins "Kino" und nicht ins "Dyno"! Also warum sagt man nicht "Kinematische Geometrie" oder einfach "Bewegliche Geometrie"? Oder sollte sich "dynamisch" im Sinne von "wirksam" z. B. auf die Erzeugung von Ortslinien beziehen? Dann wäre allerdings das System dynamisch! Hat man das bei der Namensgebung gemeint?
Aber sei 's drum: Wenn wir "Dynamische Geometriesysteme" lesen oder sagen, sind wir zugleich auch in der Lage, unseren hoffentlich kritischen Schülerinnen und Schülern diese Bezeichnung jederzeit zu erläutern ...
Aus: Hischer, Horst: Mathematikunterricht und Neue Medien — oder: Bildung ist das Paradies! In: Bender, Peter et. al. (Hrsg.) (2003): Lehr- und Lernprogramme für den Mathematikunterricht. Bericht über die 20. Tagung des Arbeitskreises "Mathematikunterricht und Informatik" in der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik e. V. vom 27. bis 29. September 2002 in Soest. Hildesheim: Franzbecker, S. 24 – 42.
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